Seit Ende der 70er Jahre hat sich besonders in der Onkologie eine verstärkte Hinwendung zum Kranken und zu seinem psychosozialen Umfeld vollzogen.
Diese Entwicklung führte zur Gründung nationaler und internationaler Arbeitsgruppen, die sich die psychosoziale Betreuung von Krebspatienten in Praxis und Forschung zur Aufgabe machen. Immer häufiger finden psychoonkologische Themen Eingang in die Arbeit psychosozial orientierter Fachgesellschaften mit vorwiegend organmedizinischer Orientierung.
Auch die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. als Dachorganisation aller onkologisch wissenschaftlicher Aktivitäten öffnete sich zunehmend psychoonkologischen Fragestellungen; somit war es nur konsequent, daß während des 19. Deutschen Krebskongresses in Frankfurt, der die "Lebensqualität" von Krebspatienten zum Leitthema hatte, die Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie (PSO) gegründet wurde. Dadurch ist es gelungen, den bereits bestehenden Einzelmitgliedschaften bei nationalen und internationalen Gesellschaften (dapo, GMP, ESPO, EORTC, IPOS) auch eine nationale Basis zu geben. Die Hauptanliegen der PSO sind somit die Integration psychosozialer und organmedizinischer Aspekte, die Koordination verschiedener psychoonkologischer Arbeitsgruppen und die Repräsentation nationaler und internationaler psychoonkologischer Fachgesellschaften in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
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Einführung
Die Psychoonkologie befasst sich mit den psychosozialen Aspekten von Krebserkrankungen in Prävention, Diagnostik, Therapie sowie Rehabilitation und ist ein integraler Bestandteil der Krebstherapie/Onkologie. Im Jahre 1988 wurde die Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie (PSO) während des 19. Deutschen Krebskongresses in Frankfurt als Fachgesellschaft innerhalb der Deutschen Krebsgesellschaft gegründet. Sie ist Teil der Sektion B der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) und vertritt als eigenständige Arbeitsgemeinschaft alle psychosozialen Themen und Anliegen innerhalb und außerhalb der DKG.
Die PSO kooperiert auf verschiedenen Ebenen mit nationalen und internationalen Gesellschaften (dapo, GMP, EORTC, EFPOS, IPOS) und widmet sich schwerpunktmäßig auch der Initiierung und Durchführung von psychoonkologischen Forschungsprojekten. Die Hauptanliegen der PSO sind die Integration psychosozialer und organmedizinischer Aspekte, die Koordination verschiedener psychoonkologischer Arbeitsgruppen und die Repräsentation nationaler und internationaler psychoonkologischer Fachgesellschaften in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
Name und Stellung
Die „Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft“ ist Bestandteil der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
Zielsetzung
Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist die Förderung der wissenschaftlichen Forschung auf dem Gebiet der Psychoonkologie in Prävention, Therapie und Rehabilitation, wie auch die Förderung der wissenschaftlich begründeten psychosozialen Betreuung von Tumorkranken.
Die komplette Geschäftsordnung der PSO (als word.doc)
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Eine Krebserkrankung stellt für die meisten Menschen eine schwere Lebenskrise dar. Sie ist mit zahlreichen physischen und psychischen Belastungen verbunden und zieht nicht selten nachteilige Veränderungen im familiären, sozialen und beruflichen Umfeld nach sich. Wenngleich durch die Fortschritte der Onkologie in der Früherkennung und Behandelbarkeit bei einigen Tumorarten ein beträchtlicher Rückgang der Letalität erzielt werden konnte, ist gleichzeitg bedingt durch die Krankheits- und Behandlungsfolgen eine Zunahme an chronischer Morbidität festzustellen.
Unter dem Begriff "Psychoonkologie" wird ein interdisziplinär orientierter Ansatz zusammengefasst, dessen Ziel es ist, die verschiedenen psychosozialen Aspekte in Entstehung, Behandlung und Verlauf einer Krebserkrankung im Kinder-, Jugend- oder Erwachsenenalter wissenschaftlich zu untersuchen und die entsprechenden Erkenntnisse in die Versorgung und Betreuung der Patienten umzusetzen. Synonym für "Psychoonkologie" wird auch der Begriff "psychosoziale Onkologie" verwendet. Sie umfasst verschiedene Fachgebiete wie Medizin, Psychologie, Psychiatrie, Psychosomatik, Soziologie u.ä. und setzt die enge Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen (Ärzte, Pflegepersonal, Psychologen, Sozialarbeiter, Kunsttherapeuten u.a.) voraus. Die Psychoonkologie steht daher für eine Integration einer psychosomatischen Sichtweise der Krebskrankheit in die Medizin.
Aufgaben der Psychoonkologie
Die Aufgaben der Psychoonkologie sind vielfältig und umfassen Forschung und Patientenversorgung in den Bereichen Prävention, Akutbehandlung, stationäre Rehabilitation und ambulante Nachbetreuung. Ausgehend von ersten psychosozialen Betreuungsansätzen in der Akutbehandlung in den frühen 70er Jahren, hat sich die Psychoonkologie sowohl als Forschungsfeld als auch in der Versorgung der Patienten sehr stark entwickelt. Die Psychoonkologie beginnt sich als Teildisziplin innerhalb der Medizin zunehmend zu etablieren und ist in der heutigen Krebsmedizin ein unverzichtbarer Bestandteil eines integrativen patientenzentrierten Behandlungsansatzes, wenngleich der fachliche Anspruch und Versorgungsrealität in einzelnen Versorgungsbereichen noch weit auseinanderklaffen. Das erste Handbuch der Psychoonkologie liegt mittlerweile in einer vollständig neubearbeiteten Form vor (Holland, 1998) und gibt einen umfassenden Überblick über den aktuellen Kenntnisstand der Psychoonkologie in Forschung und Versorgung. Internationale Fachzeitschriften für Psychoonkologie wie bspw. Psycho-Oncology oder das Journal of Psychosocial Oncology dokumentieren die wissenschaftliche Produktivität. Aufgrund der Erkenntnisfortschritte lassen sich erste Behandlungsstandards und Leitlinien der psychosozialen Betreuuung von Krebspatienten formulieren (Holland 1999; NHMRC 2000).
Psychoonkologische Forschungsschwerpunkte
In den letzten 20 Jahren hat sich die Psychoonkologie auch in Deutschland zunehmende´als eine eigenständige Fachrichtung etabliert. Bereits im Jahre 1988 wurde innerhalb der Deutschen Krebsgesellschaft eine eigene Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie (PSO) gegründet, die neben der bereits existierenden Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie (dapo) als Fachgesellschaften die Psychoonkologie repräsentieren. Großangelegte nationale Förderprogramme zur Forschungsförderung konnten den im internationalen Vergleich zu verzeichnenden Rückstand psychoonkologischer Forschung in Deutschland deutlich verbessern (Koch und Weis 1998). Die psychoonkologische Forschung befasst sich mit den komplexen psychosomatischen Wechselwirkungen in der Entstehung, Behandlung und dem Verlauf einer Krebserkrankung. Während vor allem in den Anfängen psychoonkologischer Forschung die Fragen psychischer Ursachen und Risikofaktoren der Krebserkrankung im Vordergrund standen, rückten mit der Weiterentwicklung der Forschungsmethodik verstärkt die Fragen der psychosozialen Krankheitsfolgen, der Epidemiologie psychischer Störungen, der Krankheitsbewältigung und deren Auswirkungen auf den Verlauf der Erkrankung sowie die Entwicklung und Evaluation von psychologischer Interventionen in den Vordergrund. Wenngleich wichtige Forschungsfragen wie bspw. die Auswirkungen der Krankheitsverarbeitung auf den somatischen Verlauf der Erkrankung noch nicht hinreichend geklärt sind, verfügt die Psychoonkologie mittlerweile über ein fundiertes und breites Wissensspektrum, das sich durch die Weiterentwicklung der entsprechenden Forschungsmethoden zunehmend ausdifferenziert. Als theoretische und konzeptionelle Grundlagen der Psychoonkologie sind insbesondere die folgenden Bereiche von Bedeutung:
- Psychoätiologie Krankheitsverarbeitung Lebensqualität Interventionen
- Prävention
Gesundheitspolitische Bedeutung psychoonkologischer Forschung
Das vergleichsweise noch recht junge Forschungsgebiet der Psychoonkologie hat sich in den letzten Jahren zusehends als eigene Fachdisziplin etabliert und ist für die heutige moderne Krebsmedizin mit der Zielsetzung einer patientenzentrierten Behandlung und Versorgung unverzichtbar. Krebserkrankungen und ihre Folgen begründen in der Regel einen im Einzelfall individuell abzuklärenden psychosozialen Betreuungsbedarf, über den hinsichtlich seiner inhaltlich-qualitativen Anforderungen bei den Experten ein breiter Konsens besteht. Die Rolle des Patienten beginnt sich zusehends zu verändern auch unter dem Einfluss neuer Informationstechnologien wie Internet. Die Patienten selbst fordern ihre eigenen Rechte ein und wünschen sich eine stärkere Berücksichtigung psychosozialer Aspekte in der Diagnostik und Behandlung. Selbsthilfe, Mitverantwortung und Patientenkompetenz sind zentrale Konzepte in der heutigen Diskussion im Gesundheitswesen geworden und haben auch in der Onkologie einen wichtigen Stellenwert erhalten. Die Psychoonkologie hat viel dazu beigetragen, diese Konzepte zu schärfen und in ihrer Bedeutung für eine patientenzentrierte Medizin aufzuzeigen. Die Einbeziehung des Patienten in medizinische Entscheidungen und seine Befähigung zur kompetenten Mitverantwortung wird durch die Erkenntnisfortschritte in der Psychoonkologie theoretisch und inhaltlich begründet. Das spezielle Wissen um die individuelle psychische Prozesse der Krankheitsverarbeitung und der sie beeinflussenden Faktoren und die Reduktion von krankheitsbedingtem Stress durch gezielte Interventionen mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen hat diese Entwicklung mit vorangetrieben.
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