Versorgung in der Reha

Onkologische Rehabilitation

Die onkologische Rehabilitation umfasst diagnostische und therapeutische Maßnahmen zur Linderung der vielfältigen körperlichen und psychosozialen Folgen einer Krebserkrankung und –behandlung. Sie zielt auf die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit und damit auf die Förderung sozialer Integration und gesellschaftlicher Teilhabe. Patienten sollen wieder befähigt werden, Aktivitäten des täglichen Lebens möglichst in der Art und dem Ausmaß zu bewerkstelligen, die für ihren persönlichen Lebenskontext typisch und notwendig sind. Dazu zählen der Erhalt oder die Verbesserung der Selbständigkeit und Selbstversorgung, die Minderung von Mobilitätseinschränkungen, die Linderung psychischer Belastungen, Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung, die Stabilisierung der persönlichen und familiären Situation sowie die Förderung der beruflichen Reintegration. Ein Fokus liegt dabei auch auf der längerfristigen Veränderung von gesundheitsgefährdenden Verhaltensmustern.

Das rehabilitationsdiagnostische Verständnis orientiert sich am Konzept der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, der Behinderung und Gesundheit (ICF). In der ICF werden folgende Dimensionen unterschieden: 1) Schädigungen von Körperfunktionen (z.B. Schlaf- und Konzentrationsstörungen); 2) Schädigungen der Körperstrukturen (z.B. Schädigungen des Urogenitalsystems) und 3) Einschränkungen in Aktivität und Partizipation (z.B. Einschränkungen der Mobilität, Einschränkungen im Arbeitsleben).

Onkologische Rehabilitationsmaßnahmen werden in Deutschland überwiegend stationär in Fachkliniken als Anschlussrehabilitation (AR) oder als allgemeine Heilverfahren (AHV) erbracht, teilweise aber auch ganztägig ambulant durchgeführt. Die Dauer beträgt normalerweise drei Wochen. Eine onkologische Rehabilitation wird in der Regel dann durchgeführt, wenn die Erstbehandlung (z.B. Operation, Strahlentherapie) abgeschlossen ist und ein Patient für die onkologische Rehabilitation ausreichend belastbar ist. Eine Besonderheit der onkologischen Rehabilitation ist darüber hinaus, dass auch Patienten Rehabilitationsleistungen erhalten können, die eine Altersrente oder eine Erwerbsminderungsrente beziehen.

Die rehabilitationsmedizinische Diagnostik zielt besonders auf beeinträchtigende Krankheits- bzw. Behandlungsfolgen wie z. B. Schmerzsyndrome oder Lymphödeme, Progredienzangst oder depressive Verstimmungen ab.  Eine umfassende Rehabilitationsdiagnostik dient der Erstellung eines individualisierten Therapieplans, der medizinische, physiotherapeutische, psychologische und kreativtherapeutische Behandlungsmaßnahmen sowie psychoedukative Interventionen umfasst.

Zu den rehabilitativen Maßnahmen im Rahmen einer individuell angelegten Therapieplanung gehören ärztliche und pflegerische Maßnahmen; psychoonkologische Angebote und Patientenschulung, Physiotherapie und physikalische Therapie sowie Sozialberatung. Der Behandlungsprozess wird durch eine Verlaufsdiagnostik kontinuierlich überprüft und ggf. angepasst. Die mit der Eingangsdiagnostik korrespondierende Abschlussdiagnostik und sozialmedizinische Begutachtung orientiert sich ebenfalls am ICF-Konzept und schließt auch die patientenseitige Evaluation der Zielerreichung ein.

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