Geschichte der PSO

Die „Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.“ (PSO) wurde am 2. März 1988 anlässlich des 19. Deutschen Krebskongresses in Frankfurt/Main gegründet.  Ziel der Gründung war die Integration der Psychoonkologie als junges Arbeitsgebiet in die Medizin sowie die Stärkung psychoonkologischer Forschung.  Eine organisatorische Einbindung in die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) als Dachorganisation erschien in fachlicher sowie politischer Hinsicht sinnvoll und wurde durch den damaligen Präsidenten der DKG, Prof. Dr. Gerd Nagel, sowie deren Geschäftsführer, A. Groepper, sehr unterstützt. 

Bis zu diesem Zeitpunkt existierte für die in der Psychoonkologie Tätigen in Deutschland nur die  Deutsche Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie (dapo) als eigenständige Organisation.  Dipl. Psych. Matthias Bettex, damals 1. Vorsitzender der dapo, und Dipl. Sozialarbeiterin Gabriele Blettner, damals 2. Vorsitzende der dapo, sahen die Notwendigkeit aus der primären Perspektive der klinisch Tätigkeiten, die häufig in bundesweiten Modellprogramm arbeiteten, die initial von der Deutschen Krebshilfe, durch Landeskrebsgesellschaften, freie Wohlfahrtsverbände etc. gefördert wurden und im Fortgang um die finanzielle und institutionelle Sicherung der psychoonkologischen Dienste im stationären und im Reha-Bereich sowie in Krebsberatungsstellen bangten. Gleichzeitig sollte die Anerkennung der psychoonkologischen Versorgung und Forschung als integraler Bestandteil der Onkologie gefördert werden.

PSO-Gründungsmitglieder waren insgesamt 37 Personen. Der alle zwei Jahre neu zu wählende Vorstand der PSO bestand lange Jahre aus drei Personen. Die ersten Vorstandsmitglieder waren Margit von Kerekjarto, Reinhold Schwarz und Gertfried Schweikhart. Erster Sprecher des Vorstands wurde Reinhold Schwarz, der damals die „Psychosoziale Nachsorgeeinrichtung und Fortbildungsseminar“ an der Universitätsklinik Heidelberg leitete und die erste Vorstandssitzung fand am 16. April 1988 statt. Der erste Beirat bestand aus Gabriele Blettner, Rolf Verres und Thomas Küchler.

Die ersten Jahre der jungen Arbeitsgemeinschaft waren vor allem geprägt von Aufbauarbeit. Die PSO hatte wesentlichen Anteil an der Entwicklung der psychoonkologischen Forschung und Versorgung in Deutschland. Unter der Leitung des damaligen Sprechers Reinhold Schwarz wurden die ersten psychosozialen Krebskongresse in den Jahren 1989 und 1991 in Heidelberg durchgeführt. Aus Anlass des 10jährigen Bestehens der PSO im Jahre 1998 veranstaltete die PSO einen Kongress mit dem Thema „Qualität in der psychosozialen Onkologie“, ebenfalls in Heidelberg und unter der Leitung von Prof. Schwarz.

Eine der ersten Initiativen der jungen PSO war ein Memorandum zur Einrichtung eines Lehrstuhls für Psychoonkologie an die damalige Gesundheitsministerin Prof. Dr. Ursula Lehr im Februar 1989, denn allen Beteiligten war klar, dass die Etablierung der Psychoonkologie als akademische Disziplin die Qualität der wissenschaftlichen Forschung in diesem Bereich stärken und fördern würde. Leider wurde die Einrichtung der Professur damals abgelehnt, und es sollten noch 23 Jahre vergehen, bis tatsächlich im Jahr 2012 die bundesweit erste Professur für Psychosoziale Onkologie eingerichtet wurde.

Die PSO suchte frühzeitig die internationale Anbindung zu anderen Fachgesellschaften wie ESPO (European Society for Psycho-Oncology) oder EORTC Quality of Life Group. In den Jahren 1994 und 1996 wurden national und international beachtete Kongresse zur Lebensqualitätsforschung in Heidelberg durchgeführt. Ebenso wurde durch die PSO der erste und bislang einzige nationale Kongress zum Thema Spontanremission in der Onkologie in Heidelberg 1997 abgehalten. Gemeinsam mit der dapo wurde unter Leitung von PD Dr. Monika Keller im Jahr 2001 der 11. Kongress der European Society of Psycho-Oncology (ESPO) in Heidelberg durchgeführt.

Ein weiteres wichtiges Anliegen der PSO war frühzeitig die Verbesserung der Qualität durch entsprechende Fort- und Weiterbildung. Nachdem im Jahre 1994 die ersten Pilotkurse zur Psychoonkologischen Fortbildung durchgeführt worden waren, etablierte die PSO gemeinsam mit der dapo ein bundesweites Fortbildungssystem, die „Weiterbildung Psychosoziale Onkologie“ (WPO), die im Jahre 2006 als eigenständige Tochterorganisation WPO e.V. etabliert worden ist.

Die Mitgliederzahlen der PSO wuchsen stetig, und im Jahr 2001 wurde in Freiburg unter Leitung des seit 1998 neu gewählten Sprechers Joachim Weis die erste Jahrestagung der PSO unter dem Motto „Psychoonkologische Forschung: Standortbestimmung“ durchgeführt. Seitdem finden jährlich im Dezember wissenschaftliche Tagungen der PSO statt.

Aufgrund der stetig wachsenden Aufgaben beschloss die Mitgliederversammlung der PSO am 24. März 2006 in Berlin, die Zahl der Vorstandsmitglieder auf fünf zu erhöhen. Im Jahr 2012 überschritt die Mitgliederzahl erstmals die Zahl 300 und eine erste systematische Mitgliederbefragung wurde durchgeführt.

Nach nunmehr 25 Jahren ihres Bestehens hat die PSO sich innerhalb und außerhalb der DKG sehr gut etabliert und nimmt viele Aufgaben in gesundheitspolitischer und wissenschaftlicher Hinsicht war. 

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